Dienstag, 28. April 2015

#loveleboat


Guten Tag!

Wisst ihr, was ich manchmal schade finde? Dass, wenn man "Wir fahren in Urlaub!" hört, meist daran denkt, andere Länder zu bereisen. Nicht, dass das schlecht wäre, im Gegenteil - fremde Länder, Kulturen, Sprachen zu erleben ist wundervoll, aber was dabei zu kurz kommt, ist unser Land. Klar, Städtereisen trauen wir Deutschland zu. Hamburg, Berlin, München, das geht immer. Ein entspannter Natururlaub jedoch? Na gut, an der Nordsee oder Ostsee, vielleicht auf einer Insel... Nein, wir wissen es eigentlich, Deutschland hat noch viel mehr zu bieten. Bis "Ich kenne Deutschland gut und habe viele schöne Ecken in unserem Land gesehen." mag es ein weiter Weg sein, ein Anfang ist jedoch gemacht.

Hausboottour auf der Mecklenburgischen Seenplatte

Vor ein paar Wochen waren wir für - immerhin - drei Tage mit dem Hausboot unterwegs auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Das ist von uns aus nicht eben nah, doch dass es sich lohnt, das hörten wir plötzlich von überall her. So freuten wir uns darauf, diesen Teil von Deutschland einmal selbst kennenzulernen. 

Wer war dabei?

Wir, das sind sechs Blogger aus Karlsruhe und Umgebung, nämlich Juliane von Schöner Tag noch!, Anni von Pötit, Katrin von Die Raumgestalterin, Markus von Get on Board, Tanja von Reiseaufnahmen sowie ihr Freund Stefan, der unsere Tour mit seiner Kamera festhielt.

Unsere Tour

Wir machten uns uns früh morgens auf den Weg, um gegen 14.00 Uhr in Kleinzerlang bei der Marina Wolfsbruch anzukommen, wo sich die Basis von Le Boat befindet. Von dort aus kann man sich auf die verschiedensten Touren begeben, die unterschiedlich lang dauern und auch unterschiedliche Ziele auf der Mecklenburgischen Seenplatte beinhalten. Hier findet ihr viele Infos zu den Fahrgebieten in Deutschland - mit einer Karte, auf der die Wasserwege gut zu erkennen sind.

Abfahrt in der Marina Wolfsbruch

Nun, wer am 1. April anreist, sollte auf einen Wetterscherz gefasst sein - bei uns sorgte Sturmtief Niklas dafür, dass wir bereits in der Basis beim Check-In darauf hingewiesen wurden, die Route zur Müritz besser nicht zu wählen, da durch den Wind viel Seegang zu erwarten war. Doch, nach plötzlichem Schneefall und Graupelschauern, wurde uns von den Technikern sogar Auslaufverbot erteilt - wir verbrachten also den ersten Nachmittag und Abend noch im Heimathafen. Auch wenn das natürlich bedeutete, weniger Zeit auf dem Wasser zu haben und nicht so weit fahren zu können, so muss ich sagen, dass die Marina Wolfsbruch einen wirklich sehr schönen Hafen hat, umgeben von bunten kleinen Ferienhäusern, Schwäne tummeln sich auf dem Wasser... Wir haben uns also sofort wohl gefühlt und das Beste aus der Situation gemacht.


Rheinsberg

So beschlossen wir - wenn wir das Boot noch nicht nutzen durften, eben das Auto zu nehmen und gemeinsam nach Rheinsberg zu fahren, um das Schloss dort zu besuchen. Für unseren Mut, trotz des miserablen Wetters die Gegend zu erkunden, wurden wir - wenigstens zeitweilig - mit schönstem Sonnenschein belohnt. Tja, der April macht eben, was er will... Wir schafften es leider nicht, das Schloss auch von innen zu erkunden. Dort untergebracht ist unter anderem das Kurt Tucholsky Literaturmuseum. Überhaupt lohnt es sich sicher, nach Rheinsberg etwas mehr Zeit mitzubringen, vielleicht das Sommerfestival der Kammeroper Schloss Rheinsberg zu besuchen und an wärmeren Tagen ein Eis bei EIZ - Eis-Zauberei zu genießen, wo es jeden Tag ein "Eis des Tages" gibt. Wir haben ein warmes Essen vorgezogen, uns Bauch und Seele gewärmt, nämlich im Ratskeller, es hat uns allen sehr gut geschmeckt.




 




Unterwegs auf der Kleinseenplatte

Am nächsten Tag hieß es für uns dann endlich "Leinen los!" und die Tour konnte beginnen! Wir entschieden uns also, statt zur Müritz in die entgegengesetzte Richtung über Wesenberg nach Neustrelitz zu fahren. Der Weg dorthin führt durch Kanäle und über kleinere Seen, durch Brücken und auch ein paar Schleusen. Überall waren nur wenige andere Boote unterwegs, ab und zu begegneten uns ein paar Ruderer, die dem kalten Wind trotzten.




Wesenberg

In Wesenberg kamen wir am Nachmittag an und fanden einen netten Liegeplatz am Wasserwanderrastplatz, bevor wir uns aufmachten, noch ein bisschen das Städtchen zu erkunden. Wir hatten Glück und konnten noch die Wesenberger Burg besuchen, von deren Turm man einen sehr schönen Rundblick hat. Außerdem ist neben der Touristikinfo und der Stadtbibliothek dort ein kleines, feines Heimatmuseum beherbergt, das die Besucher über den Müritz-Nationalpark und die Natur dort informiert. So werden die Tierarten vorgestellt, auf die Besonderheiten der Pflanzenwelt eingegangen und auf den Naturschutz hingewiesen. Gegenüber der Wesenberger Burg befindet sich außerdem ein Spielzeugmuseum.




Neustrelitz 

Am nächsten Tag erreichten wir schließlich Neustrelitz, wo wir uns leider nicht allzulang aufhalten konnten, da wir an diesem Tag die gesamte Strecke bis zur Heimatbasis wieder zurückfahren mussten. (Am Ende waren wir doch recht früh zurück, weil wir gut durch alle Schleusen kamen, aber das weiß man eben nie...) Wir entschieden uns, beim Schloss etwas spazieren zu gehen, um unserem "Bordhund" Omrano etwas Auslauf zu verschaffen. (Klickt doch mal zu Katrin herüber, die ganz genau auf das Leben an Bord mit einem Hund eingeht!) Viel zu schnell mussten wir zurück zum Stadthafen - den sternförmig angelegten, barocken Marktplatz schafften wir leider nicht mehr zu sehen.





Le Boat und die Vision 4

Dass die Zeit viel zu schnell verging und wir am Ende alle gerne länger bleiben wollten, lag mit Sicherheit zu einem großen Teil auch an unserem wunderbaren Boot - der Vision 4 von Le Boat. Es ist das größte Boot und damit das Flaggschiff der Le Boat-Flotte. Verfügbar ist es in verschiedenen Varianten, mit zwei, drei oder vier Kabinen - wir waren zu siebt an Bord und hatten die Variante mit vier Kabinen. Obwohl dann die Kabinen an sich etwas kleiner gehalten sind, fehlt es nicht an Komfort - alle Kabinen verfügen über eine eigene Nasszelle mit Toilette, Waschbecken und Dusche. Eine Sache, die eine Reise für mich wirklich komfortabel macht, ein eigenes Bad ist einfach herrlich, dazu eine Dusche, aus der wirklich warmes Wasser in einem satten Strahl kommt, wunderbar!  

Für das Essen war bei uns übrigens meist Juliane zuständig, die uns mit den leckersten Sachen verwöhnte. Platz genug, um mit der großartigen Crew zusammen beim Essen zu sitzen, gab es im Salon - neben einer voll ausgestatteten Küche befindet sich dort eine schöne große Eckbank. Im Salon zeigte sich etwas, was mich auch bei anderen Hausbooten schon öfter ein bisschen störte - meiner Meinung nach könnte viel mehr Stauraum geschaffen werden, wenn zum Beispiel einfache Sachen wie Regalbretter angebracht, vielleicht sogar die Eckbank "ausgehöhlt" werden würde. Auch in den Kabinen gibt es in dieser Hinsicht Verbesserungsmöglichkeiten - mit etwa ein paar Haken mehr an den Wänden könnte leichter Ordnung gehalten und die Sachen besser aufbewahrt werden. Das sind jedoch Kleinigkeiten, die eine Reise nicht trüben...


Übrigens findet ihr bei Tanja viele von Stefans tollen Bildern, die das Boot genau zeigen und Markus hat einiges zur Technik und Ausstattung an Bord geschrieben. Denn auch in dieser Hinsicht ist die Vision 4 besonders, so verfügt das Boot etwa über einen Joystick, der die Lenkung erheblich vereinfachen kann sowie über einen Generator, der uns die ganze Zeit über mit Strom versorgte und so den Betrieb von elektrischen Geräten ermöglicht. Wer schonmal mit dem Hausboot unterwegs war, weiß, dass sonst nur mit Landstrom Geräte wie ein Fön etc. betrieben werden können. Also ebenfalls ein Plus an Komfort, das die Vision sonstigen Booten vorraus hat. Manches konnten wir aufgrund des Wetters leider nicht nutzen, wie etwa die fabelhafte Ausstattung an Deck. Dort kann man am Bug Polster ausbreiten und ein Sonnenband nehmen, wem es zu viel wird, der klappt den Sonnenschutz aus, der auch über den Steuerstand geht. Im Sommer kann man über die Badeleiter in den See springen und sich abkühlen, danach die Dusche an Deck nutzen. Sogar einen Grill sowie Flaschenkühlschrank und Spülbecken gibt es dort oben - laue Sommerabende stelle ich mir an Bord einfach herrlich vor!



Vielen Dank also vor allem an Le Boat dafür, dass wir die Vision 4 testen durften, es war ein besonderes Erlebnis und hat so viel Spaß gemacht! Die Mecklenburgische Seenplatte, genauer die Kleinseenplatte, wo wir unterwegs waren, ist auf jeden Fall eine Reise wert, nur sollte man genügend Zeit mitbringen, um all die netten Orte erkunden zu können.

Hier könnt ihr euch über das Gebiet weiter informieren:

Mecklenburgische Seenplatte
http://www.mecklenburgische-seenplatte.de/

Kleinseenplatte
http://www.klein-seenplatte.de/de/ 

Übrigens kann ich euch folgendes Buch empfehlen: Hafenführer für Hausboote: Müritz, Havel, Seenplatte. Die schönsten Häfen und Liegeplätze 
Es enthält viele Infos zu den Orten auf der Mecklenburgischen Seenplatte, zeigt, wo man über Nacht bleiben kann und hilft sicher bei der Reiseplanung.

(Das wundervolle Logo für unsere Reise, das ihr im allerersten Bild seht, hat übrigens Anni entworfen. An Bord durfte ich sie bei einer kleinen, feinen Bastelaktion unterstützen, die ihr ganz bald hier zu sehen bekommt!)

Übrigens: Zusammen mit Markus habe ich ein kleines Video zu unserer Tour erstellt, ihr findet es hier.

Kommentare:

  1. Ach wie schön.... wenn ich das lesen könnte ich SOFORT wieder losfahren... :)

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    1. Ja, ich finde auch, dass das förmlich nach einer Wiederholung schreit!

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